Energieagentur fürchtet Temperatur-Plus von 5,3 Grad

Der weltweite CO2-Ausstoß erreichte 2012 ein Rekordhoch. Deutschland patzte, die USA und China machten Fortschritte. Eine Klimaerwärmung um zwei Grad soll aber Ziel bleiben.

Keine guten Nachrichten von der Internationalen Energieagentur (IEA): Mit 31,6 Gigatonnen Kohlendioxid wurde durch die Energieerzeugung 2012 so viel Treibhausgas ausgestoßen wie noch nie. „Wir sind dabei, unser Ziel einer Erderwärmung von nicht mehr als zwei Grad Celsius aus den Augen zu verlieren“, lautete der Kommentar des IEA-Chefökonomen Fatih Birol.

Erderwärmung um bis zu 5,3 Grad?

Ohne Umdenken der Verantwortlichen und wirksame Maßnahmen schraube sich die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 auf 4 Grad hoch. Im schlimmsten Falle könnten sogar 5,3 Grad drohen. „Das ist nicht so, dass man da mal so eben das Jackett auszieht und dann ist es wieder angenehm“ sagte Birol, um die Folge dieses Temperaturanstiegs zu verdeutlichen.

Schon den ungewöhnlich kalten Winter und die aktuelle Hochwasserkatastrophe führen einige Wissenschaftler auf die Erderwärmung zurück. Noch höhere Temperaturen könnten sich solche ungewöhnlichen Wetterphänomene weiter verschlimmern.

Lob für China und die USA, Europa Sorgenkind

Zwei große Klimasünder der Vergangenheit ernteten indes Lob. Weil die USA immer mehr Energie aus Gas statt aus Kohle gewinnen, seien die Emissionen auf das Niveau von Mitte der 1990er Jahre zurückgegangen. In China stieg der Ausstoß zwar, jedoch habe sich der Anstieg immerhin halbiert – auf 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Anders die Lage in Europa: Deutschland stieß 2,2 Prozent mehr Kohlendioxid aus, Großbritannien sogar 4,5 Prozent. Vor allem der niedrige Preis für Kohle habe zu dieser Entwicklung geführt. Nur wegen der Wirtschaftskrise sank der Ausstoß von CO2 in Europa um 1,4 Prozent. Gleichzeitig seien aber auch die Investitionen in Erneuerbare Energien gesunken.

Das Zwei-Grad-Ziel ist noch erreichbar

Trotz der negativen Entwicklungen geht die IEA davon aus, dass das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, noch machbar ist. Unter anderem müssten die Regierungen den Neubau von Kohlekraftwerken begrenzen und dürften fossile Energieträger nicht mehr subventionieren. Allein 18 Prozent des Sparziels könnten erreicht werden, wenn Öl- und Gaskonzerne beim Abbau der Rohstoffe kein unnötiges Methan in die Atmosphäre freisetzten.