EU baut Schutz vor zu hohen Nebenkosten aus

Laut EU müssen Vermieter und Verkäufer bereits in der Immobilienanzeige exakte Angaben über den energetischen Standard des angebotenen Wohnraums geben – ab sofort auch in Deutschland.

Bereits heute müssen Haus- oder Wohnungseigentümer bei Verkauf oder Vermietung einer Immobilie einen Energieausweis vorweisen. Doch besonders in begehrten Regionen mit wenig Wohnraum, wie München oder Hamburg, kommen viele Eigentümer dieser Pflicht nicht nach. Sie wissen: Die Wohnung bekommen sie so oder so los.

Diese Einschätzung bestätigt eine Studie der Deutschen Energieagentur (dena): Nur 26 Prozent aller Befragten würde überhaupt die Möglichkeit geboten, den Energieausweis der Immobilie einzusehen. Zwar enthielten Anzeigen bisher häufig Aussagen wie im Jahr 2002 umfassend saniert, doch eine wirkliche Beurteilung des energetischen Standards erlauben solche Aussagen selten.

Nun schreitet die Europäische Union ein. Sie verpflichtet Vermieter dazu, in Immobilienanzeigen genaue Angaben zur Energieeffizienz ihrer Gebäude zu machen. Hierfür müssen die Daten aus dem Gebäudeenergieausweis, der vor fünf Jahren eingeführt wurde, offengelegt werden.

FDP blockiert neuen Mieterschutz

Nach dem Willen der EU hätte die neue Regelung im Januar diesen Jahres in Kraft treten sollen. Doch dafür hätte die Bundesregierung das Gesetz vergangenen Juli verabschieden müssen. Grund für die Verzögerung ist eine Blockade der FDP: Die Partei hat die Verabschiedung der gesamten Energiesparverodnung, in der unter anderem das Immobilien-Gesetz verankert ist, immer wieder verzögert. Ziel der Liberalen war es, die darin enthaltenen Effizienzvorgaben für Neubauten zu entschärfen.

Denn das neue Gesetz trifft nicht nur Verkäufer, sondern auch Vermieter und Verpächter. Gelten soll die Transparenz für alle Anzeigen in kommerziellen Medien – Wohnungsvermittlungen am schwarzen Brett oder Ähnliches sind also nicht betroffen.